Erste Niederlage der Ersten

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Spielbericht von Käpt'n Harry:

Mit einer maximalen Ausbeute von 10:0 Punkten im Gepäck, reiste unsere Erste vergangenen Freitag zum schweren Auswärtsspiel nach Starnberg. Der starke Aufsteiger TSV Starnberg II hatte seinerseits im bisherigen Saisonverlauf nur ein Spiel verloren, und auch das nur denkbar knapp und ohne die Nummer 1 Dirk Neumann gegen den ebenfalls sehr starken Mitaufsteiger Allianz III. Wir waren also gewarnt und erwarteten einen heißen Tanz in der Kreisstadt, und den sollten wir auch bekommen.
 

In den Eingangsdoppeln konnten Christian und Flo recht eindrucksvoll zeigen, daß sie ihre erste Saisonniederlage vom Pöcking-Spiel gut verdaut hatten. Die beiden setzten sich überraschend deutlich in drei klaren Sätzen gegen Michal Mora und Jürgen Suplit durch. Christoph und ich gingen gegen Starnbergs Spitzendoppel Neumann/Pietsch hochmotiviert und zunächst auch durchaus erfolgversprechend zu Werk, doch nach knapp verlorenem ersten Satz mussten wir zunehmend die Klasse der Gastgeber anerkennen und konnten trotz aller Bemühungen keine große Gegenwehr mehr leisten. Im Doppel 3 hatten Stephan und Slobo gegen Sebastian Tax und Thilo Lang von Anfang an einen schweren Stand, konnten sich allerdings nach knapp gewonnenem zweiten Satz in Durchgang vier immerhin in die Verlängerung kämpfen, um dann leider doch knapp zu unterliegen.
 

Mit einem nicht unbedingt eingeplanten 1:2-Rückstand - insbesondere Christoph und ich hatten insgeheim auf einen Sieg im Doppel gehofft - ging es also in die Einzel. Hier hatte Christoph zunächst große Probleme mit Dirk, der bei Aufschlag und Return enormen Unterschnitt in den Ball bekam und Christophs Topspins in den ersten beiden Sätzen recht gut und vor allem früh wegblocken konnte. Beim Stand von 5:11, 9:10 sah es zwischenzeitlich gar nicht gut aus für uns, doch Christoph gelang es nun zunehmend, sein Spiel an den Gegner anzupassen, so daß er nach geklautem zweiten Satz den Rest des Spieles klar dominierte und den Ausgleich zum 2:2 herstellen konnte. Christian zeigte derweilen gegen Michal mal wieder tolles Tischtennis und blieb nach etlichen wunderbaren Ballwechseln, zu denen der Starnberger mit seiner sauberen Technik und fehlerarmen Spielweise genauso beitrug, ohne Satzverlust, wenngleich er zwei Mal in die Verlängerung musste.
 

Im mittleren Paarkreuz hatte ich zunächst das zweifelhafte Vergnügen, gegen Starnbergs Franken-Import Sebastian Tax antreten zu dürfen. Es kommt nicht oft vor, daß ich auf einen Gegner mit beinahe identischem Material und Spielsystem treffe, und wenn dieser dann auch noch jeden einzelnen Schlag besser kann als ich, wird es schwierig. Folgerichtig gab es einen Einlauf erster Klasse, bei dem ich nur im ersten Satz einigermaßen mithalten konnte. Stephan dagegen machte seine Sache gegen die bis dato im Einzel noch ungeschlagene Elena Pietsch deutlich besser. Nach verlorenem ersten Satz gelang es ihm zunehmend, das druckvolle und schnelle Angriffsspiel der jungen Dame mittels gefährlicher Rückhandabstecher und Vorhandblocks zu stören, was ihm in Satz zwei eine 10:8-Führung einbrachte. Doch leider spielte die Starnbergerin dann vier perfekte Ballwechsel und setzte diese Serie zu Beginn des dritten Satzes gleich fort, so daß Christian bei 0:2 und 0:4 aus Sicht von Stephan zur Auszeit bat. Und tatsächlich gelang es unserem Youngster, mit großem Kampfgeist und perfekter Taktik die Sätze 3 und 4 für sich zu verbuchen. Wer nun einen Einbruch von Elena erwartet bzw. erhofft hatte, wurde allerdings eines Besseren belehrt. Es folgte ein nahezu fehlerfreier Satz der Gastgeberin, die sich sowohl spielerisch, als auch taktisch keine Blöße mehr gab und ihr Team nach einer ganz starken Leistung wieder mit 4:3 in Führung brachte.
 

Unsere Misere setzte sich leider im Spiel von Slobo gegen Jürgen fort, denn trotz gewonnenem ersten Satz konnte Slobo gegen die aus Söcking nach Starnberg gewechselte "alte Echse" der Gastgeber nicht genügend Angriffsdruck aufbauen, um das sichere Konter- und Blockspiel seines Gegners niederzuringen. Am Nebentisch sah es bei Flo gegen Severin Sauer zunächst besser für uns aus, doch Severin, der insbesondere beim Rückschlag immer wieder Luftlöcher und Schupffehler mit grandiosen Endschlägen über dem Tisch mischte, fand nach 1:2-Rückstand besser in sein Spiel und konnte dank reduzierter Fehlerquote knapp in fünf Sätzen die Oberhand gegen den aufopferungsvoll kämpfenden Flo behalten.

Mit einem 3:6-Rückstand ging es somit in die zweite Einzelrunde. Hier hatte Christian im Spitzeneinzel seinen Gegner Dirk zunächst gut im Griff, und auch nach knapp verlorenem dritten Satz sah es angesichts einer 2:1, 10:4-Führung nach einem ungefährdeten Sieg für uns aus. Doch Dirk machte mit dem Mut der Verzweiflung sieben Punkte in Folge, was unseren Einser zwar gewaltig in's Schwitzen brachte, aber nicht davon abhielt, doch noch den Sack zuzumachen. Ohne Satzverlust endete hingegen das Duell der beiden Zweier zu Gunsten von Christoph, wobei Michal aber insbesondere in den Durchgängen zwei und drei heftige Gegenwehr leistete, mit seinem technisch sauberen, klassischen Topspinspiel gegen den im passiven Spiel starken und etwas härter ziehenden Christoph aber nicht durchkam. Wie sagte Starnbergs junger Pole nach dem Spiel so schön: "Ich bin eigentlich für jeden Spielertyp ein angenehmer Gegner." ;-)) Dem konnte man zumindest an diesem Abend nicht widersprechen.
 

Mit deutlich unangenehmeren Gegnern bekamen es Stephan und ich erneut in der Mitte zu tun. Stephan zog gegen Sebastian alle Register, doch auch ihm wollte es nicht gelingen, dem variablen Störspieler mit der knallharten Vorhand einen Satz abzuluchsen. Ich sah mich im Spiel gegen Elena mit einer Gegnerin konfrontiert, die unglaublich schnell spielte und in jedem Ballwechsel sofort Druck aufbaute, so daß ich gezwungen war, fast ausschließlich passiv zu agieren und auf Fehler ihrerseits zu hoffen. Diese stellten sich in Durchgang eins und drei kaum, in Durchgang zwei und vier aber etwas häufiger ein, so daß ein fünfter Satz die Entscheidung bringen musste. Nach Auszeit von Christian bei 3:6 gelang es mir nicht zuletzt mit Hilfe einiger Kantenbälle, mit 7:6 und 9:7 in Führung zu gehen, doch die junge Dame ließ sich einfach nicht beirren, spielte bei 9:9 zwei äußerst clevere Returns und sicherte nach bärenstarker Leistung ihrem Team völlig verdient den wichtigen Punkt zur 8:5-Führung.
 

Mit dem oft zitierten Rücken zur nicht minder oft zitierten Wand musste unser hinteres Paarkreuz nun versuchen, die letzten Kohlenreste aus dem allmählich im Erlöschen begriffenen Feuer zu holen. Flo gelang dies prächtig in Form eines ganz starken 3:0-Sieges über Jürgen Suplit, doch Slobo konnte trotz großem Kampf im Spiel gegen Severin den Siegpunkt der Starnberger nicht verhindern. Nach zwei klar verlorenen Sätzen gelang es ihm im dritten Durchgang zunächst noch, drei Matchbälle abzuwehren, doch der sechste Matchball in Satz vier war dann einer zuviel. Endstand somit 9:6 für Starnberg.
 

Unter dem Strich war der Sieg für Starnberg zwar knapp, aber durchaus verdient. Die Gastgeber präsentierten sich als äußerst ausgeglichenes, homogenes Team, das in der Summe einfach um die paar Punkte besser war, die letztendlich den Ausschlag gaben.
 

Für uns war schon vor der Saison klar, daß wir zwar eine gute Mannschaft haben, aber möglicherweise nicht stark genug sind, um jeden Gegner klar wegzuputzen. Wenn man dann in Komplettbesetzung hochmotiviert antritt und knapp verliert, obwohl jeder Einzelne am oberen Limit seiner Möglichkeiten agiert hat, dann kann man mit so einer Niederlage auch mal ganz gut leben. In diesem Sinne nochmal Herzlichen Glückwunsch an den TSV Starnberg II.

 

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