Herren 1: Meister!

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Spielbericht von Käpt'n Harry:

Im letzten Spielbericht der Saison 2013/14 gebe ich mir gar nicht erst Mühe, einen Spannungsbogen aufzubauen, sondern falle zur Abwechslung einfach mit der Tür in's Haus: wir haben vergangenen Freitag im Spitzenspiel der 3. Bezirksliga Würm vor sensationellen 40 Zuschauern den TSV Starnberg II mit 9:4 bezwungen und schließen damit die Saison mit 33:3 Punkten als Meister ab! Das ist der Wahnsinn... also ich persönlich bin zum letzten Mal vor 24 Jahren Meister geworden, damals noch im Trikot des TSV Deggendorf, in der 2. Kreisliga Jungen Bayerwald ;-) ... für mich war das also das Ende einer langen Durststrecke, und entsprechend groß war auch mein Durst nach dem Spiel.

 

Natürlich hatten wir im Vorfeld Prognosen erstellt, wie wir denn die nötigen acht Punkte für ein Unentschieden, das uns zum Titel gereicht hätte, erzielen könnten. Meine Rechnung lautete: ein Eingangsdoppel, vorne vier, in der Mitte einen, hinten einen, und dann das Schlußdoppel im fünften Satz. Allerdings verbesserte sich unsere Ausgangslage nach Bekanntgabe der Aufstellungen deutlich, da Starnbergs Nummer 3 Dirk Neumann aufgrund von Kniebeschwerden nur im Doppel antreten konnte und Jürgen Suplit somit in die Mitte rutschte. Auf unserer Seite kam Slobo im Doppel 2 an der Seite von Stephan zum Einsatz, was uns die Möglichkeit eröffnete, Christoph und Yutong als Doppel 3 aufzubieten.
 

Das Soll von einem Eingangsdoppel wurde von Christian und Flo souverän erfüllt. Michal Mora und Adam Pastuszko konnten überraschender Weise nur den ersten Satz eng gestalten, danach spielte unsere Spitzenpaarung wie aus einem Guß und holte sich einen deutlichen Sieg. Ebenso deutlich fiel die Niederlage von Stephan und Slobo gegen das ungeschlagene Einserdoppel Starnbergs, Elena Pietsch und Dirk Neumann, aus. Das hart umkämpfte Doppel 3 zwischen unseren beiden Jugendspielern sowie Sebastian Tax und Jürgen Suplit ging hauchdünn im Entscheidungssatz an die Gäste, wobei insbesondere Christoph eine gewisse Nervosität angesichts der großen Bedeutung des Spieles in vielen Situationen anzumerken war.
 

Im vorderen Paarkreuz blieben wir mit drei Siegen knapp unter dem Maximum, doch angesichts der starken Auftritte von Michal und Elena, die phasenweise wie entfesselt aufspielten, war das eine tolle Leistung. Dem Ergebnis nach relativ klar war eigentlich nur die Niederlage von Christian gegen Michal, der angesichts seiner papierformenen Außenseiterrolle völlig befreit aufspielte und ein unglaubliches Match ablieferte. Knapp fielen die Siege von Christian gegen Elena (11:7 im fünften Satz nach heftiger Gegenwehr) und Christoph gegen Michal (gleiches Ergebnis, nachdem es Christoph erst im vierten und fünften Durchgang gelang, die mentale Handbremse zu lösen) aus. In seinem zweiten Einzel spielte Christoph gegen Elena deutlich befreiter auf, hatte aber im vierten Satz beim Stand von 9:10 Glück, daß er einen knallharten Toppspin seiner Gegnerin mit einem Reflex perfekt blocken konnte, und bei 12:11 machte er dann zu seiner sichtlichen Erleichterung den Sack zu.
 

Die Mitte übertraf unsere Erwartungen deutlich. Stephan und Flo konnten sich gegen Jürgen jeweils einigermaßen klar durchsetzen, wobei der Senior in Reihen der Gäste in beiden Einzeln eine ganze Reihe von Satzbällen liegenließ. Die Niederlage von Flo gegen Sebastian kam aufgrund der Qualität des Gegners nicht unerwartet und war zu verschmerzen, doch daß sich Stephan mit 3:0 - auch hier nach Abwehr diverser Satzbälle - gegen Sebastian durchsetzen konnte, hatten wir nicht unbedingt auf der Rechnung, da diese Paarung in der Vorrunde noch recht klar an den Starnberger gegangen war. In diesem Einzel war aber deutlich zu erkennen, wie sehr sich Stephan im Verlauf der Saison gesteigert hat, was sich nicht zuletzt in einem TTR- Zuwachs von über 120 Punkten seit Saisonbeginn niederschlägt.
 

Im hinteren Paarkreuz war ich zunächst mal froh, mit Severin Sauer einen äußerst offensiv ausgerichteten Gegner erwischt zu haben, und nicht etwa die verfrühten Ostereier - sprich langsame, rotationsarme Toppspins - eines Jürgen aufsammeln zu müssen. Die Partie beschränkte sich in ersten beiden Sätzen hauptsächlich auf gute Aufschläge und schlechte Rückschläge von beiden Spielern, bis ich nach entsprechendem Coaching von Christian mit veränderter Taktik leicht die Oberhand und damit auch das Spiel gewinnen konnte. Die Inspiration lieferte im Grunde Sebastian: Wampe, Noppe, Vorhandtoppspin. ;-) Wenn es klappt, macht das richtig Laune!
 

Tja, und last but not least war da noch das Spiel von Yutong gegen Adam... der junge polnische Neuzugang der Starnberger ist noch immer dabei, seine viel zu niedrige TTR-Initialisierung wettzumachen, die ihn in der Rangliste zur Halbserie auf Platz 2.6 landen ließ. Er blieb im Verlauf der Rückrunde in der 3. Bezirksliga ungeschlagen und konnte in Starnbergs Erster, die immerhin Landesliga spielt, mit 8:4 im hinteren Paarkreuz eine bemerkenswerte Bilanz erzielen. Dementsprechend hatten wir in unseren Prognosen vor dem Match die beiden Einzel gegen Adam als nicht gewinnbar eingestuft. Doch Yutong zeigte gegen den punktemäßigen Einser der Gäste eine Leistung, die man ohne exzessiven Gebrauch des Superlativs kaum beschreiben kann - er zog völlig unbeschwert sein knallhartes Angriffsspiel vom ersten bis zum letzten Ballwechsel durch und triumphierte schließlich im Entscheidungssatz mit 11:4. Damit schoß er nun wirklich den Vogel ab und dämpfte auch die Stimmung im Gästelager spürbar, denn mit diesem Sieg stellte er einen nicht für möglich gehaltenen Zwischenstand von 6:3 her, der für Starnberg nicht mehr aufzuholen war.
 

Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle noch die sportlich-faire und geradezu freundschaftliche Atmosphäre, in der das Spiel stattfand. Schon beim Vorrundenspiel war klar, daß die beiden Teams einfach super miteinander auskommen, und dies hat sich letzten Freitag trotz der großen sportlichen Bedeutung der Partie nochmal bestätigt. Ein ganz herzliches Vergelt's Gott (diesen köstlichen Ausdruck verwende ich im Gedenken an einen ehemaligen Mannschaftsführer) gilt auch den zahlreichen Zuschauern, die den Abend zu einem richtigen Event werden ließen.
 

Insgesamt betrachtet war unser Sieg zwar verdient, aber sicherlich etwas zu hoch, da mit Ausnahme des Doppel 3 im Grunde alles, was angesichts der gezeigten Leistungen zu uns fallen konnte, auch tatsächlich zu uns fiel. Im letzten und entscheidenden Spiel der Saison so einen unglaublichen Lauf zu haben, ist natürlich genial - und entsprechend bitter für die Gegner, die sich wohl insgeheim deutlich mehr ausgerechnet hatten. Ich denke und hoffe aber, daß sich die Starnberger nach den Osterferien noch einmal aufraffen können und die beiden Relegatonsspiele um den letzten freien Platz in der 2. Bezirksliga erfolgreich gestalten. Jungs und Mädel, ich drück Euch auf jeden Fall beide Daumen - viel Glück, und auf ein baldiges Wiedersehen!!

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